Slider

Krankheit

Sexualität bei Krankheit oder Behinderung

Oft sitze ich in meinem beruflichen Alltag als Gesundheitspraktikerin für Sexualität zum Beispiel auch Menschen gegenüber, die meist
unverschuldet durch Krankheit, Behinderung oder Unfall in ihrer Lebensqualität erheblich eingeschränkt sind. Dabei ist die individuelle Problemstellung so unterschiedlich, wie die Krankheitsbilder, die von Krebs bis Parkinson, von Magersucht bis Borderline-Syndrom, von Burnout bis orthopädische Leiden reichen.Hier versuche ich in ausführlichen Gesprächen und Körperarbeit, wie Atemübungen, die schwierige Situation meiner KlientInnen wenigstens etwas zu lindern und ihnen einen Zugang und Umgang mit dem eigenen Körper zu lernen. Harmonie, wache Präsenz, Respekt und Ruhe spielen hier eine große Rolle. Das trifft natürlich auch auf KlientInnen mit angeborenen oder erworbenen Behinderungen zu.Wie kann ich zum Beispiel mit einer Querschnittslähmung nach einem schweren Unfall trotzdem Sexualität erleben? Wie nach einer Amputation oder nach plötzlicher Erblindung? Schließlich sprechen wir bei Sexualität auch von „Sinnlichkeit“- und das Auge liefert zunächst nun mal wichtige
Sinnesreize in der Erotik. Differenzierte Begleitung. Für alle diese Fragestellungen stehe ich selbstverständlich beratend zur Verfügung, weil ich der Meinung bin, dass alle Menschen im Bereich “Sexualität“ differenzierte Begleitung erfahren sollten – auch und
besonders Menschen mit Handicap. Denn sexuelle Lust ist ein Geschenk der Natur, das auch im Rollstuhl erhalten bleibt. Es gilt allerdings, Wege zu finden, mir ihr umzugehen. Diese Wege will ich gerne aufzeigen. Mit Feingefühl, Erfahrung und einer Freude am Leben, die ich gerne auch anderen vermittle und weitergebe. Ein wichtiger Schritt zu dieser neu gewonnenen Lebensfreude ist sicher auch die Akzeptanz seiner eigenen Situation. Schließlich ist Selbstliebe die Grundvoraussetzung, um auch anderen mit Liebe begegnen zu können. Ich will vielleicht hier zum Schluss noch ergänzen, dass das vielleicht wichtigste „Sexualorgan“ unser Gehirn ist. Weil: Was wäre Lust ohne Phantasie?Und wer weiß mit seiner Phantasie zu „arbeiten“, für den hat Lust tausend Facetten, die eben weit über die bloße körperliche Vereinigung hinausgehen.